
Regisseur: Pascal Laugier
Drehbuch: Pascal Laugier
Cast: Morjana Alaoui, Mylène Jampanor
Genre: Horror, Terror, (Drama)
Herstellungsland: Frankreich, Kanada
Original Sprache: Französisch
Erscheinungsjahr: 2008
Märtyrer [ griechisch-lateinisch; eigentlich »Zeuge«]
Inhalt:
Ein kleines Mädchen Namens Lucie wurde völlig verstört aufgefunden. Anscheind wurde sie über langezeit gequält und gefoltert, sexueller Mißbrauch war nicht festzustellen. Lucie war nicht in der Lage der Polizei ausreichend hinweise zu ihren peinigern zu geben, so wurde nur der Ort der Verbrechen ausfindig gemacht. Im Krankenhaus trifft Lucie auf Anna und beide sind von da an beste Freunden. 15 Jahre später beginnt die Rache!
Hight Tension, Frontier(s), Inside. Das sind die derzeit bekanntesten "Frankreichhorrorfilme", die sich durch ihren hohen Grad der Gewalt abzeichnen. Ersteres finde ich Klasse, zweiters habe ich noch nicht gesehen und dritteres hätte besser sein können. Aber keiner von denen und auch kein Hostel oder Saw können Martyrs das Wasser reichen. Wie damals The Wild Bunch das Ende der Westernfilme war, ist meiner Meinung nach Martyrs das Ende der Terrorfilme. Ein Grad der kalten realistischen unglaublich erschreckenden Gewalt der zuvor noch nicht erreicht wurde, außer vielleicht vom Urvater des Terrorfilms The Texas Chainsaw Massacre und ich bin davon überzeugt, dass Martyrs in einigen Jahren einen ähnlichen Status wie dieser hat.
Martyrs ist aber mehr als nur ein Terrorfilm! Es geht hier nicht nur um die Gewalt, zuanfang wird auch eine richtige Grusel Atmosphäre aufgebaut, die gerade bei neuzeitigen Horrorfilmen vernachlässigt wird. Die Atmosphäre bleibt bis zu einem Umschwung im Film, der aus Martyrs das macht, was er ist. Die schaurig schockierende Atmo wandelt sich in eine kalte brutale Atmo rum, bei der der Horror erst richtig losgeht. Und zum Schluß ist der Höhepunkt erreicht, an dem man nur noch ans Kotzen denkt. Ich meine damit nicht die Art der Gewalt, ich meine keine Brutale Szene, ich meine den Egoismus, um es mal in Worte zufassen.

Was kann der Mensch aus Angst alles machen, wie weit geht er um seine Angst zu bekämpfen!?
Das einzige was an Martyrs ein bisschen anstößt, ist die Tiefe der Charaktere. Es wird nicht viel darauf eingegangen. Vielleicht war es so von Laugerier gewollt, damit der Zuschauer ein kalten Abstand dazu hällt, kann ich nachvollziehen, jedoch hätte mehr Tiefe Martyrs zu einem unvergesslichen Meisterwerk gemacht.
Mir stockt noch immer der Atem! 9,5/10

andreasport
Pro
Ich hab es ja schon mal gesagt, aber: Super Review, und herzlich wilkommen bei Splattermovies. MFG Andreas