
Regisseur: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Cast: Michelle Morgan, Joshua Close, Shawn Roberts, Amy Ciupak Lalonde, Joe Dinicol, Scott Wentworth, Philip Riccio u.a.
Genre: Gruseldrama
Herstellungsland: USA
Original Sprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2007
Inhalt:
Gemeinsam mit einigen Kommilitonen dreht der Filmstudent Jason (Joshua Close) in einem abgelegenen Waldstück einen Low Budget-Horrorfilm als im Radio von wiederauferstandenen, kannibalischen Toten die Rede ist. Die übereilte Heimkehr verwandelt sich schnell in eine Flucht, als die Gruppe die Bestätigung der medialen Hiobsbotschaft vorfindet und auf menschenleere Straßen, Krankenhäuser und tatsächlich auf Untote treffen. Während in dem Wohnmobil zunehmend Unruhe unter den Studenten ausbricht, nutzt Jason die schreckliche Wirklichkeit als Kulisse und filmt eine Realität, die den Horror seiner fiktiven Handlung bei weitem übertrifft... -McKenzie
George A. Romero und seine "of the Dead"-Filme sind bei jedem Horrorfan bekannt und verehrt. Er ist scheinbar der Urvater der Zombiefilme. Alles begann 1968 mit "Night of the Living Dead", damals noch in schwarz/weiß, der in den amerikanischen Grindhouse Kinos lief und dort seine ersten Fans fand. 10 Jahre später kam dann "Dawn of the Dead" in die Kinos und ist heute wahrscheinlich DER Zombiefilm überhaupt. 1985 kam dann "Day of the Dead" und vollendete vorerst die hochgeschätze "Dead-Trilogie" von Romero. Die drei Film sind einfach Klasse und Romero hat dadurch zurecht den Status eines großartigen Regisseurs.
Da die Filme über die Jahre immer beliebter wurde und die Fangemeinde stets zunahm, wollte Romero einen weiteren "Dead-Film" machen, der wahrscheinlich so wurde wie "Day" zuerst werden sollte, aber wegen Geldmangel nicht möglich war. "Land of the Dead" kam 2005 raus und versprach meiner Meinung nicht das, was man wegen Romero erwartet hat.
Und jetzt versuchte Romero mit "Diary of the Dead" einen Neu-Anfang. Die ersten vier Filme hatten eine chronologische Reihenfolge, "Diary" liegt zeitlich auf der selben Ebene wie "Night". Dies bedeutet, die "Zombieplage" bricht gerade aus.
"Diary" bedient sich wie die Filme "The Blairwitch Project", "Rec", "Cloverfield" uvm. der "Wackelkamera", bedeutet, man begleitet einen Kameraman durch den Film, der direkt ins Geschehen eingebunden ist. Dieser Stilmittel soll mehr nähe zum Geschehen bringen und den Film echter wirken lassen.
Unterscheiden tut sich Diary dennoch von den eben genannten Filmen, denn hier wurde das Filmmaterial bearbeitet und hatte einen echten Schnitt. Da er als Doku der Geschehnisse wirken soll und der Welt übers Internet präsentiert wird.

Ich selber bin ein Fan von "Wackelkamerafilmen", Romero verprach als Regisseur viel und somit habe ich mir "Diary" in guter Hoffnung angeguckt.
Das erste was ich am Ende des Films dachte war, er sei kein richtige Horrorfilm. Ich empfand ihn mehr als Drama mit kleiner grusel Einlage. Darum schrieb ich beim Genre auch Gruseldrama. Negativ ist dies nicht, da ich sowieso für jedes Genre offen bin und mich nicht zusehr auf einen Horrorfilm eingestellt habe, aber es könnte vielen Negativ auffallen, darum erwähne ich es.
Der Storyverlauf war in Ordnung, Abwechslung war vorhanden und bis auf ein zwei Sachen nachvollziebar. Es gab kleine Schreckmomente, die Atmosphäre war aber nicht bedrohlich oder beängstigend, sondern eher tragisch. Die Kostüme waren Romero typisch, man darf also nichts neues erwarten, die Effekte fallen aber negativ auf. Es gibt für ein Zombiefilm ziemlich wenig blutige Szenen und von den wenigen wirken die meisten billig. Das Blut scheint noch die selbe Farbe wie bei "Dawn of the Dead" von 1978 zu haben. Damals war es noch okay, da die Technik nicht soweit ausgereift war, aber bei den heutigen Mitteln kommt es billig und schlecht rüber.

Die Schauspieler sind annehmbar, also nichts besonderes. Aber die unterschiedlichen Charaktere kommen gut zum Vorschein und die Entwicklung die jeder durchmacht wird gut beleuchtet.
Romeros typische Aussage, die bis jetzt bei jedem seiner "Dead"-Filme vorkam, hat hier auch nicht gefehlt, wurde aber durch den besonderen Filmstil anders und erfrischend rübergebracht. Das Internet spielt hierbei auch eine große Rolle.
Fazit: Kein Zombieschocker, keine Splatterorgie, sondern eine tragische Geschichte über die Menschheit von einer kleinen Gruppe erzählt. "Diary" tritt zwar wieder nicht in die Fußstapfen von "Der Nacht zum Tag", bereichert aber Romeros Welt der Selbszerstörung. Ein Film den man sich nochmal anschaun kann 6/10