Regisseur: Agustí Villaronga
Drehbuch: Agustí Villaronga
Cast: Günter Meisner, David Sust, Marisa Paredes, Gisèle Echevarría u.a.
Genre: Drama, Horror
Herstellungsland: Spanien
Original Sprache: Spanisch
Erscheinungsjahr: 1987

Inhalt:
Ein ehemaliger KZ-Arzt, der in einem Konzentrationslager schreckliche Versuche an Kindern durchgeführt hat, taucht nach Ende des Krieges mit seiner Familie in Spanien unter. Als seine dunklen Triebe ihn einholen und er auch dort beginnt, kleine Jungen zu missbrauchen und zu töten, stürzt er sich aus Verzweiflung von einem Dach. Doch er überlebt schwerverletzt... - Bildstörung

Agustí Villaronga - "Das Böse ist ein sich immer wiederholender Kreislauf"

"Tras el cristal", ein Skandalfilm?
Seine Premiere hatte er auf der Berlinale in Deutschland und das Publikum soll äußerst angewiedert gewesen sein. Villaronga sagte, dass während er ein Interview machte, jemand aus einer laufenden Vorstellung rauskam, ihn erkannte, auf italienisch, obwohl er deutsch war, Mörder nannte und ins Gesicht schlug.
Auf verschiedenen Filmfestivals gab es ähnliche Reaktionen.
Villaronga und das ganze Filmteam standen aber trotzdem voll hinter den Film.

Agustí Villaronga - "Der Film zeigt meine Sicht der Welt!"

Heute noch ruft er ähnliches abstoßendes Verhalten hervor, obwohl er unter Kritikern und Fachzeitschrifften gelobt wird. Er wird auch oft mit Pasolinis "Salò" ("Die 120 Tage von Sodom") verglichen, da sich beide mit dem Thema Macht und Unterdrückung beschäftigen und "Salò" die selbe Wirkung, wenn nicht sogar eine noch heftigere, auf die Zuschauer hat.

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"Salò" stehe ich persönlich zwiegespalten gegenüber, der Film ist was besonderes, aber ich weiß nicht was ich davon halten soll. "Tras el cristal" ist ebenso was besonderes, aber den sehe ich als Meisterwerk an.

Er schafft meiner Meinung nach das Perverse und Böse des Menschsein zu zeigen, ohne dabei so weit zu gehen wie "Salò". Hier wird nicht tabulos alles gezeigt, sondern es wird darauf geziehlt, dass der Zuschauer sich selbst alles im kopf vorstellt.
Dadurch, durch die bedrückende Musik, die düster gehaltene Atmosphäre, der Schauspieler, besonders David als Angelo, baut sich eine Intensität auf die einen nur noch erschrocken und angewiedert im Sessel sitzen lässt, man aber trotzdem nicht wegschauen kann, weil die Spannung immer und immer mehr steigt, bis es zu einem Ende kommt, was einen Angst und Bange werden lässt!

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Besonders hervorzuheben ist die Veränderung des Hauses, die meiner Meinung nach dem Zustand des Hauptprotagonisten Angelo wiederspiegelt. Ein helles Haus, was aber schon Anspannung, Angst, Unterdrückung und Macht zugleich ausdrückt, wird zu einem Ort der Dunkelheit, des Terrors und des puren Horrors.
Immer dabei Klaus "Im Glaskäfig"! Diese "Eiserne Lunge" versprüht Bedrohung und Mitleid zugleich aus und ist schlimmer als der Tot....zurecht!

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Charles Darwin - Nur die Starken überleben!

Dieser Satz hat eine besondere Rolle in dem Film, obwohl er garnicht vorkommt. Aber es wird genau gezeigt, was passiert wenn man nicht stark genug ist.

Ist die Welt, die Menschheit krank?

Ich sage ja! Aber es gibt Heilung!

Fazit: Ein intensiver Film über Macht, Unterdrückung, Mißbrauch der auch auf die Auswirkungen eingeht. Nicht nur Drama, sondern auch radikaler Horror, der einen das Blut gefrieren lässt!
Am Ende möchte man heulen! 10/10

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