
Regisseur: Neill Blomkamp
Drehbuch: Neill Blomkamp, Terri Tatchel
Cast: Sharlto Copley, Jason Cope, Nathalie Boltt u.a.
Genre: Sci-Fi, Action, Drama
Herstellungsland: USA, Neuseeland
Original Sprache: Englisch, Nyanja, Afrikanisch
Erscheinungsjahr: 2009
Inhalt:
Vor über 20 Jahren nahmen Außerirdische das erste Mal Kontakt mit der Erde auf. Daraufhin rechneten die Menschen mit einem feindlichen Angriff oder einem gigantischen technologischen Fortschritt. Die Kreaturen waren aber lediglich Flüchtlinge ihres Heimatplaneten und wurden aus diesem Grund vorübergehend in einem Notauffanglager interniert ? im DISTRICT 9.Nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen über die Zukunft der Außerirdischen haben die Nationen der Welt ein privates Unternehmen, die Multi-National United (MNU), mit der Überwachung der ungeliebten Besucher beauftragt. Der Konzern verfolgt jedoch nur ein Ziel: Mit den mächtigen Waffen der Aliens Profit zu machen. Zur Aktivierung der Waffen benötigt man jedoch Alien-DNA. Als sich der MNU-Agent Wikus van der Merwe mit einem mysteriösen Virus infiziert, das seine DNA verändert, wird er zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde, für den es nur einen Ort gibt, um sich zu verstecken: DISTRICT 9.
-sonypictures.de
Peter Jackson, der ja seit "Der Herr der Ringe" für jeden ein Begriff ist, hat den Posten des Produzenten eingenommen und den Film merklich beeinflusst, dazu aber später.
"District 9" fängt in einem dokumentarischen Stil an und baut eine interessante, neugierig machende Atmosphäre auf. Dieser Stil weißt zu gefallen, ist aber nicht jedermanns Freund. Wer mit Blairwitch Projects, Cloverfield, Rec usw. nichts Anfangen konnte wird bei "District 9" seine Schwierigkeiten haben. Aber nur in der ersten Häfte, denn in der zweiten wechselt der Film von einem dokuartigen Film zu einem Action Streifen der es in sich hat. Durch diesen Wechsel ändert sich auch die Intention von einem kritischen Werk über Rassismuss zu einem stupiden Actionfeuerwerk, wo dann das interessante Hauptthema Rassismus in den Hintergrund gerät. Dies ist schade und dadurch verliert der Film auch an Intensität. Die Action ist mit "Rambo 4" vergleichbar, also unnötig übertrieben brutal, obwohl "Rambo 4" dadurch eine gewisse trashige Unterhaltung hervorruft und gefällt, aber warum "District 9" sich so entwickelt versteh ich nicht. Vielleicht, es geht ja auch um einige Zustände in Afrika (Das Raumschiff ist über Johannisburg/Südafrika "gelandet"), Gewalt, Drogen- und Waffenhandel, Prostitution und Unterdrückung findet dort täglich Anklang. Der Film geht schon mit den Nigerianern (hier ist auch "D9" rassistisch, aber ich kenne mich auch nicht gut über die afrikanischen begebenheiten aus) in diese Richtung, die einen Handel mit den "Prawns" führen der verachtender nicht sein kann. Und die gewaltige Action am Ende lässt einen staunen. Der Regisseur, der selber Südafrikaner ist, könnte damit bezwecken wollen, zu zeigen wie hart und rücksichtslos es in Afrika wirklich ist. Sehr plakativ geht er es aber nicht an und es bleibt eine Vermutung von mir.

Der Film dreht sich im Prinzip um Wikus (Sharlto Copley), der zuerst das Projekt der MNU leitet und dann später zu einem Projekt wird. Der Charakter macht eine Wandlung, genau wie der Film, die einen plausibel daher kommt und Copley hat alles richtig gemacht. Man muss erstmal warm werden mit Wikus, aber später hat man seine ganz eigene Vorstellung von ihm und man erkennt seine Persönlichkeit, was meiner Meinung nach sehr wichtig für einen Film ist. Spätere Szenen sind Klischeebehaftet, was meiner Meinung nach aber eher satirisch auf Vorurteile (Klischees sind ja eigentlich nichts anderes) hinweist, die es immer und überall gibt und ein bestandteil von Rassismuss sind.
Hier und auch mit den Nigerianern ist "D9" irgendwie paradox, zu einem will er das Problem des Rassismuss aufzeigen und im anderen ist er selber rassistisch. Ich versteh es so, er möchte sagen, dass nicht immer alles so ist wie es scheint, er als Südfrikanern hat eine menge Erfahrung damit. Nach außen hin gibt es oder gab es bestimmt Leute, die sich gegen Rassismuss einsetzten und sich so ansehen Geschaffen haben, aber im Inneren selber farbige zu sklavenähnlichen Bedingungen ausnutzten und es abstoßend fanden mit ihnen gleich gestellt zu werden.

Die Effeckte, hier erkennt man Jacksons Einfluss, sind durchgehend Klasse und die Aliens sind besonders hervorzuheben, obwohl sie komplett aus CGI sind. (CGI hat irgendwie immer einen faden Beigeschmack und wirkt oft künstlich, was einen den Spaß nimmt) Die Gewaltszenen, egal was man von ihnen hält, sind gut gemacht, also D9 ist Effeckttechnisch Top. Genial fand ich auch die Effeckte der Waffen, denn es gab keine Sprenstoff Explosionen, wie es bei den menschlichen Waffen der Fall ist, sondern eine Art "Plasmasturm".
Und jetzt zu dem größten Manko, die Logiklöcher! Der ganze Film besteht aus einem riesen Logikloch und vereinzelt gibt es immer wieder ungereihmt heiten, die einen auffallen. Wer die Logiklöcher nicht wissen möchte, sollte den Absatz jetzt auslassen und beim Fazit wieder anfangen, da die Logiklöcher für den ein oder anderen Spoiler sein könnten, ich sage aber auch, sie machen keine Aussage über den Inhalt.
Das riesen Logikloch ist meiner Meinung nach die Sprache, die Aliens sprechen eine völlig Fremde sprache, die für normale Menschen unmöglich ist zu lernen, da die Sprache aus Töne besteht, die der Mensch garnicht groß unterschiedlich warnehmen kann. In "District 9" versteht aber jeder die Aliens und die Aliens verstehen natürlich auch Englisch. Man musste das im jetzt so machen, da er anders nicht funktioniert, man kann auch darüber wegsehen, aber es fällt halt auf.
Ein weiteres Logikloch ist das Mutterschiff, da steht über 20 Jahre lang ein außerirdisches Mutterschiff in der Luft über Johannisburg, verlassen, und niemand kommt auf die es zu erforschen, sondern es "vergammelt" da einfach nur. Sonst nimmt der Mensch alles auseinander was er nicht kennt aber hier schien nicht mal der Gedanke daran da zu sein.
Auch ist das Handeln von Wikus [Spoiler] als er erfährt, dass er erst in drei Jahren wieder normal wird unbegreiflich, er möchte Christopher zurücklassen, der aber seines Wissenstandes der einzige ist, der ihm helfen kann und ohne ihn besteht die Gefahr, dass er ewig so bleibt wie er ist. [Spoiler Ende]
Merkwürdig ist auch, dass er [Spoiler] das Raumschiff und den Roboter steuern kann, ohne wissen über die Lenkung [Spoiler Ende] da kann man aber wegen der unbekannten Alientechnologie drüber wegsehen.
Es gab da bestimmt noch mehr Logiklöcher, die mir jetzt aber nicht mehr einfallen.

Fazit: Die Grundidee von "District 9" und die Effeckte sind Klasse. Nur bei der Umsetzung überzeugt nicht zu hundertprozent. Man kann viel vermuten, aber auch nur Vermutungen aus Luftblasen aufstellen, die einfach nicht genug Hand und Fuß finden. Trotzdem unterhällt "D9" und ich würde ihn mir wieder ansehen. Die Logiklöcher sind nicht so schlimm. Die ganze Zeit über habe ich mir gedacht, wie großartig es wäre, wenn die Kamera so wie in "Children of Men" wäre, dann hätte man ein optisches Leckerbissen, so ist die Optik aber nur nett und nichts besonderes, sie gefällt aber. 7/10 Prawns!